KREATIVE WEITERBILDUNG MIT TRÄUMEN UND BILDERN 2020/2021

Nach innen wachsen, nach aussen wirksam werden

Innere Schönheit

erforschen – erkennen – entdecken schöpfen – verbinden – reifen

Wir sind zum Schönen & Vernünftigen in uns begabt und gefragt es zu versuchen, schreibt C.G. Jung im roten Buch, seinen persönlichen Aufzeichnungen.

Viktor Frankl ruft uns am ersten Weltkongress für Psychotherapie 1996 in Wien als 90-jähriger, fast blind, noch zu positiven Visionen auf, für ihn ist es die Suche nach dem Sinn unseres Lebens. Zur selben Zeit legt uns der großartige Psychotherapeut und Friedensforscher Horst-Eberhard Richter die Arbeit am Frieden dringend ans Herz.

Der Geist der Zeit fragt erneut in der Kunst, Wissenschaft und Natur nach dieser uns verborgenen Schönheit. Künstler wie Stefan Sagmeister oder der Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer mit dem Film „But Beautiful“, zeigen uns eindrücklich auf, wie wesentlich es JETZT ist, uns dem Schönen in uns und der Schöpfung verstärkt zuzuwenden. Naturwissenschaftler zeigen uns die Schönheit in ihren Gesetzmäßigkeiten auf, sie erkennen diese u. A. als etwas Stetes, sich Wiederholendes wie die Kreisbewegung.

Für den tiefenpsychologischen Weg,  zu dem wir alle begabt sind, stellt sich uns als Mensch heute mehr denn je die wunderbare Frage:                             Was und wo ist unsere innere Schönheit – die Unvergängliche? Ist sie die Verborgene? Die Verlorengegangene? Oder sind wir seit jeher gefragt, sie aus uns zu schöpfen? Wenn ja, wie kann ich sie schöpfen? In einem wachsenden Ringen, wozu uns Rilke in seinem Gedicht „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen“  inspiriert?

Der Arzt und Tiefenpsychologe C. G. Jung ist uns darin mit seinen Forschungen vorausgegangen und hat aus achtzigtausend Träumen eine tiefere Selenschicht hinter dem persönlichen Unbewussten erkannt. Freud widmete sich als Pionier der großen Bedeutung des persönlichen Unbewussten für unser psychisches Befinden und seinen Störungen. Jung baute auf Freud auf und fand in der Tiefenschicht des Menschen einen heilenden Prozess der, wird er uns bewusst, einerseits unser inneres Schönes schöpfen und andererseits die Schatten verwandeln kann. Dieses entfaltende Wachsen entspringt einer Kernzelle in unserer Psyche, die dem Samenkorn einer Pflanze gleicht, die zu ihrer Schönheit ganz selbstverständlich erwächst, wenn sie von den wilden Trieben beschützt wird. Jung nannte die in uns lebendige Kernzelle das „SELBST“. Entspringt unser inneres Wachsen diesem Kern ist es schön, denn es dient der Liebe. Sie nimmt uns in den Schwächen und im Scheitern an und fragt nach Wandlung. Auf diesem Weg wachsen wir immer mehr und immer wieder neu in unsere innere Schönheit – die Menschlichkeit – hinein.  

 1. Modul: 24. – 25. Oktober 2020

Erforschen

Wir wollen dieses Jahr, und besonders an diesem Wochenende, gemeinsam auf der Grundlage C.G. Jungs den Weg (Prozess) in unsere innere Schönheit auch für uns persönlich erforschen. Jung erkannte bereits für uns einen dialogischen Prozess zwischen dem Bewussten und Unbewussten, der unsere eigentliche Wandlung und Entwicklung bewirken will. Auf diesem Weg sind wir von Schuld befreit und gefragt aus unseren Fehlern zu lernen, wie uns unser abendländisches Kulturverständnis verheißt, solange wir im Dienste unserer inneren Schönheit stehen. Sie gestaltet sich u. A. im Dankbarsein für das was da ist, beispielsweise für das Wasser, das Licht unserer Augen und der Fähigkeit uns zu versöhnen. Dieser Reichtum wird kollektiv hörbar in der Musik, sichtbar in der bildenden Kunst, erkennbar im Wort, der Religion und Natur. Individuell erleben wir die Schönheit auch in achtsamen lebendigen Beziehungen und in unseren Träumen die uns stets begleiten und besonders in unserer Weiterbildung.                                                                                              Was macht für uns einen schönen Menschen aus? Ist es einer, der eine Sehnsucht in sich trägt? Dieser auch nachgeht, sucht und in ein Streben wandelt? Ist es ein warmes Herz, das wir in ihm spüren? Sein gütiges Mitfühlen vornehmlich mit den Schwächeren? Geht von ihm ein Strahlen aus, das aus diesem inneren Schönen leuchtet? Ist es ein Mensch, der eine ordnende Verbindung der uns eingeprägten gegensätzlichen Triebe von Rache nach Versöhnung versucht? Und kann er über seine Unvollkommen-heiten auch humorvoll lächeln? Weil er eben jenen Urgrund immer wieder neu anstrebt, in dem er angenommen und unverloren ist, wie uns Ingeborg Bachmann als Dichterin visionär in dem Gedicht „Böhmen liegt am Meer“ zuspricht?

2. Modul: 4. – 6. Dezember 2020

Erkennen

Wie können wir nun die innere Schönheit erkennen? Einerseits indem wir beobachten was unser Inneres lebendiger, heller und freudiger werden lässt? Und andererseits was uns begeistert, dankbarer und vertrauensvoller stimmt? Dann schaffen wir darin auch die Grundlage für unser SELBST-Vertrauen. In die darüber sprechenden kollektiven Visionen der Kunst, Natur und Märchen werden wir unsere persönlichen Erkenntnisse einordnen. Diese werden besonders durch ein sinnbezogenes Verständnis unserer Träume untermauert. Manchmal kann schon eine Erkenntnis die uns erleichtert, die Eintrittskarte für unseren weiteren Übungsweg im Alltag darstellen. „Erkenne dich selbst“ war schon im alten Griechenland im Streben nach Sinn verborgen. Im christlichen abendländischen Verständnis wurde es durch die Liebe und den Weg bereichert. Auf diesem WEG erfüllt sich die Suche nach Sinn, einerseits im Schöpfen unserer Lichtseiten und andererseits im Wandeln unserer Schattenseiten. Zur Sinnerfüllung gehört auch das Teilen unserer Talente und Gaben mit der Gemeinschaft.

Manchmal leuchtet dann auf dem Weg  unsere innere Schönheit überraschend auf, die es dann von uns wahrzunehmen und zu verinnerlichen gilt, wie uns Rilke in dem wunderbaren Gleichnis mit den Bienen, die ihren Nektar in die goldene Honigwabe nach Hause bringen, dichtet.

 3. Modul: 06. – 07. Februar 2021

Entdecken

Zeigt uns das Wort „entdecken“ selbst schon, dass das Schöne in uns verdeckt oder überdeckt ist? Überdeckt durch kulturell und familiär tradierte Werte, die für unser Wesen nicht stimmig sind? Oder überdecken die uns allgemein menschliche,  immanenten Schattenseiten wie Angst, Zweifel, Schuld und Scham das Schöne in uns?

Für Jung bedeutete Bewusstwerden die grundsätzlich zentrale Frage für uns als Mensch, da er dem Unbewussten einen großen schöpferischen Reichtum zuordnet. Ein erster aktiver Schritt kann beispielsweise sein, im Alltag das in uns angelegte Vertrauen immer wieder anzudenken und anzusprechen und es auf die innere Waagschale unserer Psyche zu legen. Wir werden es in unseren Begegnungen in diesem Jahr schöpfen und stärken um es wirksam werden zu lassen.

Auf diesem Weg können sich auch unsere überdeckenden Schattenseiten allmählich erlösen. Allerdings haben wir den Zeitpunkt nicht in unseren Händen, nur der Weg liegt in unserer Hand. Die Wandlung geschieht transzendent und ist Gnade.

4. Modul: 27. April – 01. Mai 2021  (Intensivtage)

Schönes schöpfen aus Träumen – mit dem Alltagsleben verbinden

Unsere Träume sind uns auf diesem Weg, nach dem Verständnis C.G.Jungs, wunderbare Begleiter, da sie sie unser Bewusstsein sinnbezogen ergänzen. Ihnen werden wir uns in diesem Jahr in den Intensivtagen besonders widmen als Instrument des Schöpfens unserer inneren Schönheit.

Sie zeigen unsere Möglichkeiten und Talente auf, eröffnen uns Lösungen, an die wir nicht denken. Sie ermutigen uns und helfen uns Entscheidungen zu treffen, sie bestärken uns wo wir zaghaft sind und zaudern, sie trösten und erhellen unser Gemüt in schwierigen und traurigen Lebensphasen. Immer unterstützen sie unser Lebendigsein, das Leben selbst, und unser Reifen als Mensch in die Humanität, zu der wir alle begabt sind. Ingeborg Bachmann formuliert es so wunderbar „ein Tag wird kommen, an dem die Menschen schwarzgoldene Augen haben (…) sie werden die Schönheit sehen (…) und ihre Hände werden zur Güte begabt sein“.

 5. Modul: 12. – 13. Juni 2021

Reifen

Unser sommerliches Begegnen im Juni soll vorwiegend der Erinnerung des Erkannten und dem dankbaren nach Hause bringen in unser Inneres dienen. Anregungen zu rituellen Übungen werden  dieser Verbindung von Alltag und innerer Schönheit dienen. Oder wir werden uns erinnern, dass wir die Liebe zu einem Menschen trennen dürfen von seinen Verhaltensweisen. Dies ist oftmals eine wesentliche Voraussetzung für den Frieden in nahen Beziehungen, wie beispielsweise Eltern und Kind. Oder wir werden uns an das Mitgefühl in uns erinnern, das uns ein israelischer Friedensforscher an einem Kongress folgend so nahe brachte: „Wenn wir mitfühlen würden, welche Verletzung wir den anderen zufügen, wäre dies wirksamste Friedensarbeit unter den Menschen“. Friede ist möglich, wir haben ihn zu versuchen und anzustreben.

Alle Wochenenden werden begleitet sein und sich in der Erfahrung vertiefen durch die wirksame Arbeit kreativen Gestaltens im Atelier von Sabine Riesenhuber von dem alle Studierenden immer ganz begeistert und freudig zurückkehren. 

Termine:

  1. Seminar: 24./25. Oktober 2020 (Beginn im Augarten Art Hotel, 8010 Graz)
  2. Seminar: 4.-6. Dezember 2020  – angedacht als adventliches Besinnungsseminar in Fischbach, einem idyllischen Bergdorf in den Steirischen Alpen, nahe Peter Roseggers Waldheimat
  3. Seminar: 06./07. Februar 2021
  4. Intensivtage: 27. April. – 01. Mai 2021 (DI – SA)
  5. Seminar: Abschluss: 12. / 13. Juni 2020

Seminarorte:

Seminarzeiten:

Samstag 14.00 – 18.30 Uhr und Sonntag 10.00– 16.00 Uhr. Intensivtage: Beginn erster Tag 14.00 Uhr, Ende letzter Tag 15.30 Uhr

Kosten:

Einführungsseminar:                  € 50.-                                                                      Gesamte Weiterbildung:         € 2500.- mit sozialer Staffelung auf Anfrage

Leitung:

Dr.in Ute Karin Höllrigl, Psychotherapeutin, Lehranalytikerin am C.G. Jung Institut (Schweiz)
Mag.a Sabine Riesenhuber, Mal- und Gestaltungstherapeutin, Sozialpädagogin, Lebens- und Sozialberaterin

Anmeldung:

heide.kraus@chello.at                                                                                                     Tel. 0660 5250405