KREATIVE WEITERBILDUNG MIT TRÄUMEN UND BILDERN 2021/2022

Nach innen wachsen – nach außen wirksam werden

ERKLÄR MIR LIEBE

 Einleitende Gedanken zu dem Thema:

Am ersten Weihnachtstag vergangenen Jahres wurde uns in der Sendung „Du holde Kunst” auf Ö1 ein philosophischer und dichterischer Einblick in das Thema Liebe geschenkt, der uns begeisterte und zu diesem Thema inspirierte. Lassen Sie uns mit den letzen Versen aus dem Gedicht „Erklär mir, Liebe“ von Ingeborg Bachmann beginnen:

Erklär mir, Liebe!
 „…
Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann:
Sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muss einer denken? Wird er nicht vermisst?

Du sagst: es zählt ein andrer Geist auf ihn…
Erklär mir nichts. Ich seh den Salamander
durch jedes Feuer gehen.
Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.”

In den lyrischen Bildern dieses Gedichtes fragt uns die Künstlerin nach einer Erklärung der Liebe. Für Ingeborg Bachmann war die Liebe nur in der Kunst lebbar. Allerdings schenkt sie uns in dem Sinnbild „des Salamanders der durch jedes Feuer geht“ eine Hoffnung, dass uns in einem ewigen Streben nach Liebe eine Erlösung zureifen kann. Dieses Geborgensein schenkt sie uns in einer Vision im späten Gedicht „Böhmen liegt am Meer“ in dem Vers:

„Zugrund gerichtet, wach ich ruhig auf. Von Grund auf weiß ich jetzt, und ich bin unverloren.“

Die Dichterin war der Liebe nahe und eine Zweifelnde. In ihrem Schreiben erfuhr sie für sich eine hoffnungsvolle Mitte. In dieser Treue zu ihrem Talent dem sie sich ein Leben lang verschrieb fand sie ihren Sinn.

Ist unser Anstreben eines steten Verbindens mit dem uns eingeprägten Ozean der Liebe schon die gefragte Erklärung?

Karl Jaspers begeisterte uns in diesen seinen philosophischen Gedanken der Sendung, in dieser gegenwärtigen großen Krise, die die ganze Welt betrifft mit der Einstellung „dass jeder einzelne sich bewusst sein muss, dass es gerade auf ihn ankomme“. Er bindet uns darin als Individuum in eine gelingende Einstellung zur Krise und Schöpfung ein. Er verleiht dem Leben jedes Einzelnen dadurch Sinn.

Der Weg liebend zu werden in der Tiefenpsychologie C.G. Jungs

Der Tiefenpsychologe und Arzt C.G.Jung war inspiriert einen Weg der Selbsterkenntnis für den Menschen heute zu finden. Und er erforschte in der Tiefe der menschlichen Psyche einen Prozess, der unsere eigentliche Entwicklung und Wandlung zu einem ganzheitlichen Menschen bewirkt. Dieser bewegt sich in einem bewussten Dialog zwischen Unbewusstem und Bewusstem, indem das Unbewusste das Bewusstsein sinnbezogen ergänzt. Dieser kreative Dialog ereignet sich aus einem aktiven Tun und einem bewussten Geschehen lassen. In diesem schöpfen wir unsere humanistischen und stärkenden Anlagen und versuchen aus dieser Kraft die Schatten zu wandeln. Der Prozess wird gesteuert von einem uns in der Tiefe eingeprägten Liebeskern, dem SELBST, das den Weg anordnet. Er vergleicht diesen mit einem Samenkorn, das unser Reifen in die Liebe anordnet. Der Weg wird darin zum Ziel.

 

ERINNERUNG UND ERKENNTNIS

Seminar I – 23./24. Oktober 2021

Wir werden versuchen in unserer ersten Begegnung Aspekte der Liebe, ihren Ursprung und eine mögliche Verbindung auch anhand unserer Träume und dem kreativen Bearbeiten der Bilder, sowie in der Sinnfrage einer Klärung anzunähern. Der Tiefenpsychologe C.G. Jung schreibt zur Sinnfrage:

„Wie der Körper der Nahrung bedarf…so benötigt die Psyche den Sinn als Nahrung ihres Seins…“

Diese Erkenntnis hinterlässt uns C.G. Jung in seinen Ausführungen zum Philosophischen Baum. Wie können wir diesen metaphysischen liebenden, uns in Augenblicken zuströmenden Urgrund des Seins von dem die großen Denker sprechen in unserem Leben erkennen?

Ich möchte hier einige Möglichkeiten vorausschicken, die ich im Laufe eines langen Weges als Analytikerin in Kunst, Tiefenpsychologie und Spiritualität erfahren habe. Beispielsweise: Wenn sich etwas f ü g t, das scheinbar ohne unser Zutun geschieht. 

Es geht diesem geschenkten Ereignis immer eine Aktivität unsererseits voraus. Und trotzdem hätten wir das Gefügte nur allein durch ein bewusstes Anstreben nicht erreichen können. Anders gesagt: “Es fällt uns etwas zu“.

Über die Sinne zum Sinn

David Steindl-Rast, der große Mystiker unserer Zeit, schlägt in seinem Buch” Die Achtsamkeit des Herzens” einen Weg über die Sinne zum Sinn vor. Wir hören diese Achtsamkeit des Herzens in großer M u s i k , in Oratorien, in musikalischen Messen, in jeder Musik deren Töne unseren Herzensgrund anrühren, durch das W o r t, das uns aus der Tiefe zuströmt oder wir von außen hören, in einer achtsamen B e r ü h r u n g, in den B i l d e r n  großer Maler, in einem besonderen G e r u c h. Andere Bereiche sind die N a t u r oder im V e r l i e b t s e i n als Tor in die Liebe.

Wir werden uns an diesem Wochenende besonders auch unserer persönlichen Sinnfrage zuwenden und uns gemeinsam an diese großen Augenblicke der Erfahrungen erinnern und einen rituellen Übungsweg versuchen zu entwerfen.

 

DIE KUNST DES LIEBENS NACH ERICH FROMM

Seminar II – 04./05. Dezember 2021, 

Seminarort: Vortragssaal des Quartier Leech, Leechgasse 24, 8010 Graz

Liebe ist eine Aktivität wie uns Erich Fromm so eindrücklich in seiner Kunst des Liebens vor Augen führt. Liebe ist auch eine immer wieder neue Entscheidung zu einer humanen Haltung in herausfordernden Ereignissen.

Wir öffnen uns in dieser Entscheidung einem Weg der Wandlung in ein sinnbezogenes Leben.

Auf diesem Weg wachsen die erhellenden Einstellungen wie Zuversicht, Vertrauen, Humor… uns zu. Diese sind unserem Urgrund eingesät. Sie können uns plötzlich ergreifen aus dem „Unbegreiflichen“ aber e r f a h r b a r e n Ursprung. Auch in der Dankbarkeit leuchtet dieser liebende Ursprung in uns auf. Wir erfahren dankbar zu sein als beglückend. Allerdings sind wir gefragt dieses Dankbarsein für das was in unserem Leben bereits da ist, wie das Licht unserer Augen, Wasser und Brot täglich rituell zu üben. Darin verstärkt sich die Kraft für jenen einen besonderen Augenblick der Erfahrung dankbar zu sein.

Liebe ist eine Kunst, erinnert uns Erich Fromm, ein immer wieder neues aktives Gestalten. Die Liebe fragt uns nach all dem, das auch ein Kunstwerk von uns verlangt: Hingabe, zielgerichtetes Üben, Geduld und Ausdauer. Liebe ist keine Erwartungshaltung, sondern ein lebenslanger Prozess, der uns immer zu neuen Einstellungen herausfordert. Liebe ist eine Aufgabe, die unser Leben bis zum letzten Atemzug lebendig sein lässt. Dieser Kunst des Liebens in den verschiedenen Aspekten wendet sich der große Psychoanalytiker Erich Fromm in diesem Buch „Kunst des Liebens“ zu.

Wir werden in dieser Begegnung zu erkennen versuchen, wo kreatives Gestalten von uns gefragt ist und wie wir aus der Botschaft der Träume und kreativem Gestalten mit unserem Widerstand gegen Wandlung umgehen können.

Unsere Grundlage ist das wunderbare Buch die “Kunst des Liebens” von diesem großen Denker Erich Fromm und „Vertrauenswege“ von Ute Karin und Julia Höllrigl.

Wir bitten Sie, sich in seine Gedanken einzulesen.

 

DIE INSTRUMENTE TRAUM UND KREATIVES GESTALTEN – WEGE IN DEN PROZESS DES LIEBENS NACH C.G.JUNG.

Seminar III – 05./06. Februar 2022

Jung erforschte „Es wurde mir klar, aus der Beziehung zwischen dem Ich und Unbewussten, dass das Unbewusste ein Prozess ist, und dass die Beziehung des Ich zu den Inhalten des Unbewussten eine eigentliche Wandlung und Entwicklung auslöst. Im individuellen Fall ist der Prozess an den Träumen und Phantasien abzulesen“. In der Welt des kollektiven finden wir ihn unter anderem in der Kunst, Philosophie, in den Märchen und Religionen.

Im Fließen mit dem Wandel des sich in uns ereignenden immateriellen Geschehens, zwischen unserem irdischen und göttlichen Ursprung, werden wir immer liebender und vertrauender. Der Wandel bildet sich kollektiv, wie erwähnt, ordnend u. A. in der Kunst und Spiritualität ab. Individuell in unseren Träumen und sich gestaltenden Bildern und Phantasien. Er bildet sich auch im Körper und unseren Beziehungen ab.

Wir werden uns in diesen Tagen vor allem in der Traum- und Bildarbeit vorwiegend dem Schöpfen unseres Liebespotentials aus der Tiefe widmen.

Literatur: “Erinnerungen, Träume, Gedanken” von C.G. Jung

 

VERSUCH EINER VEREINIGUNG DER GEGENSÄTZE VON SPIRITUALITÄT UND WELT ANHAND VON JUNG UND STEINDL-RAST

Seminar IV – 26. April bis 30. April 2022, Intensivtage

 Jungs Interesse galt vorwiegend diesem erwähnten Prozess der Entwicklung und Wandlung. Er bewegt sich wie gesagt, im Schöpfen der Lichtseiten und im Verwandeln unserer Schattenseiten. Er zeigt sich kollektiv in Kunst, Märchen und Religion – individuell im Traum. Er wird wie erwähnt, gesteuert von einem innersten Zentrum, das gleich einem Samenkorn in unsere Psyche eingesät ist. Jung bezeichnete dieses Zentrum als SELBST.

Bruder David Steindl-Rast kennt den Ansatz C.G. Jungs und birgt diesen Prozess sinnbildlich in eine Schale der Dankbarkeit. Er beheimatet uns darin mit unseren Erfahrungen in eine innere Heimat, diese benennt Rilke als eine „Goldene Honigwabe“. Das wunderbare spirituelle Mitgestalten unseres inneren Prozesses kreiert darin auch für uns eine Mitte. Wesentlich ist, dass wir uns stets neu mit dieser Mitte verbinden. Unser innerster Seelenkern will gleich einem Samenkorn unser Entfalten in einen liebenden und vertrauenden Menschen wachsen lassen.

Versöhnung ist eine treue Verbündete der Liebe.

Eine tragende Mittlerin ist immer wieder die Versöhnung zwischen einem irdischen Ursprung – dem Schicksal in das wir hineingeboren sind – und mit unserem spirituellen. Dieser ruft uns als Mensch in eine Verantwortung dem Leben selbst gegenüber heraus wie es Steindl-Rast formuliert:

„Ich selber bin Geschenk, das ich dankbar Zurückschenken kann, dadurch, dass ich mich verwirkliche“. Es geht im Leben um diesen dynamischen Kreislauf einer Liebe, die alles hervorbringt und sich wieder zurückschenkt. (Aus: Einfach lebe – dankbar leben).

Dieser spirituellen Einsicht werden wir uns in der grundlegenden Erkenntnis, dass die Liebe eine Kunst ist widmen. C.G. Jung erforschte dazu einen für uns gangbaren heilenden Weg in unserer Tiefe, den wir ein Leben lang gehen dürfen. Wir versuchen darin immer liebender, dankbarer und vertrauender zu werden.

Literatur: „Die Achtsamkeit des Herzens“ von David Steindl-Rast

 

ABSCHLIESSENDE ZUSAMMENFASSUNG UND REFLEXION DES ERKANNTEN. VERTIEFUNG UND KLÄRUNG NOCH OFFENER FRAGEN UNTER EINBEZUG DER DICHTUNG RILKES

Seminar V – 11./12. Juni 2022

„Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge ziehn…”                   (Rainer Maria Rilke)

Ist der Mensch von seinem Ursprung Liebe getrennt? Ist unser lebenslanges Streben nach Liebe, die Liebe selbst? Liegt im Weg das Ziel?

Ein weiterer Zyklus zu diesem Thema ist auch für die zwei nachfolgenden Jahre angedacht.

 

Termine:

Seminar I:     23./24. Oktober 2021

Seminar II:   04./05. Dezember 2021 – Seminarort: Vortragssaal des Quartier Leech, Leechgasse 24, 8010 Graz

Seminar III:   05./06. Februar 2022

Seminar IV:    26. April bis 30. April 2022 (DI – SA ), Intensivtage

Seminar V:     11./12. Juni 2022

Seminarorte :

  • Atelier Sabine Riesenhuber, Ungergasse 9a, 8020 Graz
  • Vortragssaal des Quartier Leech, Leechgasse 24, 8010 Graz
  • Deutschordensschloss Gumpoldskirchen – Kirchenplatz 4 – A-2352 Gumpoldskirchen, Tel.: +43 (0) 676 396 41 85, E-Mail: direktion@schlossgumpoldskirchen.at 

Seminarzeiten:

Samstag 11.00 – 18.30 Uhr und Sonntag 10.00 – 13.00 Uhr.

Intensivtage: Beginn erster Tag 14.00 Uhr, Ende letzter Tag 15.30 Uhr

Kosten:

Gesamte Weiterbildung: € 2.500,– mit sozialer Staffelung auf Anfrage

Leitung:

Dr.in Ute Karin Höllrigl, Psychotherapeutin, Lehranalytikerin am C.G. Jung Institut (Schweiz)

Mag.a Sabine Riesenhuber, Mal- und Gestaltungstherapeutin, Sozialpädagogin, Lebens- und Sozialberaterin

Information &Anmeldung:

Heide Kraus

Email: heide.kraus@chello.at – Tel. 0660 5250405

www.ute–karin-hoellrigl.at